Ein Klient ist nach einer erfolgreichen Karriere im Unternehmen zum CEO eines strategisch bedeutsamen Geschäftsbereiches des Konzerns berufen worden. Sorgfältig im Unternehmen aufgebaut, kennt er viele Facetten des Geschäftes sehr gut. In den Tagen nach der Berufung beglückwünschen ihn langjährige Kolleginnen und Kollegen. Der Betriebsratsvorsitzende unterstreicht seine Freude, dass es ein interner Kandidat geschafft hat. Man kenne und vertraue sich, er stehe für Fairness und Integrität und die Belegschaft verknüpfe mit seiner Berufung positive Erwartungen.

Der Klient kennt die Aufgaben und Ziele, die der Konzernvorstand mit seiner Berufung verbindet. Effizienzsteigerungen sollen bei unvermittelt starkem Wachstum zu einem deutlichen Anstieg des absoluten Ergebnisbeitrags bei gleichzeitiger Verbesserung der Ergebnisqualität führen. Der Druck ist hoch, er muss in seinem Bereich einen wesentlichen Teil des Geldes verdienen, das für den Konzernumbau benötigt wird.

Der Klient möchte im Gespräch mit mir die eigene Rolle reflektieren: „Unterstützen sich mich als Coach und Sparringspartner dabei, in den ersten hundert Tagen meine Signale richtig zu setzen, um als CEO und im Zusammenspiel mit meinem Führungsteam ein Maximum an PS auf die Straße zu bringen.“

Wir beginnen miteinander zu arbeiten. Akute Fragen und Aufgabenstellungen des Klienten prägen unsere Treffen. Zunächst steht sein eigenes Rollenverständnis im Vordergrund – ein Klärungsprozess mit unmittelbaren Ergebnissen. In der Leitung der Sitzungen des Führungsteams fühlt er sich deutlich souveräner und gewinnt in seiner Eigenwahrnehmung erkennbar an Kontur und Konsequenz. Beispielsweise wird die Dramaturgie einer Tagung der obersten 100 Führungskräfte auf seinen Impuls hin so überarbeitet, dass sie zu seinem teamorientierten Führungsansatz passt und die Mitglieder seines engsten Führungsteams stärker in die sichtbare Verantwortung treten können.

Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Gestaltung der Sozialpartnerschaft mit Arbeitnehmervertretungen und der Gewerkschaft. Mein Klient hat hier noch wenig Erfahrung und Fachkompetenz und nutzt nun meinen umfangreichen Erfahrungshintergrund. Ausgehend von einer realistischen Standortbestimmung wird klar, dass die erwarteten Veränderungen gegen die Arbeitnehmervertretung nicht oder nur sehr langsam erreicht werden können. Basierend auf Impulsen des Coachings entwickelt er gemeinsam mit dem Personalressort eigene strategische und taktische Ideen für den Dialog in der Mitbestimmung, deren beginnende Umsetzung erfreuliche Resultate zeigt.

Am Ende der ersten hundert Tage hat mein Klient den Eindruck, die Zeit fokussiert und im Ergebnis erfolgreich genutzt zu haben. Von ihm unerwartet, haben ihm insbesondere die psychologisch fundierten Reflektionen zu seiner eigenen Person, den eigenen Stärken aber auch Schwächen und Ängsten, geholfen, sich selbst als Führungskraft im Zusammenspiel mit anderen besser zu verstehen und einzuschätzen. Er sagt, dass sein hinzugewonnenes Selbstverständnis auch seine empfundene Stressbelastung verringert hat.

Das konzentrierte 100-Tage-Coaching hat der Klient beendet. Heute kontaktiert er mich in unregelmäßigen Abständen, wenn er einen diskreten und qualifizierten Rahmen zur Klärung auftretender Fragestellungen sucht.